Die kognitive Dimension im Integrationsprozess von Fluchtmigranten

Um sich in einem fremden Land zurechtzufinden, sind lokalspezifisches Wissen und Kompetenz erforderlich. Insbesondere der Aufbau von Sprachkenntnissen gilt als Schlüssel zur Integration, sind sie doch die Voraussetzung für die Entwicklung lokaler Kontakte, die erfolgreiche Alltagsbewältigung und die Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit (Vogel/Rinke 2008: 261; Esser 2006). 
In den 1990er Jahren waren staatlich geförderte Sprachlernangebote nur für anerkannte Flüchtlinge zugänglich (Aumüller/Bretl 2008: 34). Asylbewerber und Geduldete waren auf kostenlose bzw. spendenfinanzierte Angebote, gute Kontakte zu Einheimischen sowie ihre eigenen autodidaktischen Fähigkeiten (Erlernen mittels alter Kinder- und Schulbücher) angewiesen (Kühne/Rüssler 2000; Aumüller 2008). Heute stehen auch Asylbewerbern und Geduldeten mit guter Bleibeperspektive (d.h. mit einer Schutzquote über 50%; derzeit für Personen aus Irak, Iran, Eritrea, Syrien) offizielle Sprachlernangebote offen. Wir werden in unserem Projekt daher u.a. der Frage nachgehen, mit welcher Intensität und Intention sie genutzt werden und welche Rolle sie für die Integration spielen.